Umbreit, Juliane und Ihl, Sabine

Erzähl- und Buchmachwerkstatt

Kinder erfinden in vielen Situationen ihre Welt neu. Oft sind ihre Geschichten flüchtig und nur für den Moment gedacht. Was aber wenn sie Beständigkeit erlangen, aufgeschrieben und durch Bilder erzählt werden – wenn sie zum Buch werden?

In unserem Projekt wollen wir den Schüler:innen einer 3. Klasse der Seeblick Grundschule in Wismar (23 Kinder, 9–10 Jahre) ermöglichen, jeweils ein eigenes Buch zu machen. Um das Projekt im Klassenverbund zu realisieren, wollen wir es als Tandem durchführen. Dadurch kann auch Sabine Ihl als Neueinsteigerin von Juliane Umbreits umfangreichem Erfahrungsschatz profitieren. Im Rahmen einer Projektwoche am Ende des 2. Schulhalbjahres (Juni 2026) wollen wir die Kinder an fünf aufeinander folgenden Tagen von der Geschichtenfindung über die Illustration bis zur Bindung begleiten. Dafür vermitteln wir verschiedene Einstiegstechniken, als auch künstlerische Techniken und Möglichkeiten der Buchbindung (siehe Ablauf). Wir geben den Schüler:innen die notwendigen Werkzeuge an die Hand, damit sie direkt vor Ort ihre Bücher machen können.

Selbst Bücher zu machen bedeutet, Ideen und Fähigkeiten auf vielfältige Weise zu erfahren und zu verknüpfen. Für jede:n eröffnen sich dabei neue Möglichkeiten, auf kreative und spielerische Weise ein Thema bildlich und textlich zu fassen und ihm einen neuen sinnlichen Rahmen zu geben. Den persönlichen Ausdruck zu finden und kreativ zu beherrschen, ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung eines selbstbestimmten Lebens. Auch sensibilisiert die Arbeit die Kinder für den Umgang mit ihrer Sprache. Ihr Wortschatz wird reicher und sie entdecken Vielfalt und Schönheit im Ausdruck. Sprache einzusetzen, um eigene Botschaften zu vermitteln, erweitert das Spektrum der eigenen Handlungsmöglichkeiten.

Als Brennpunktschule mit wachsendem Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund (aktuell 35 – 40%), spielen Sprache und (interkulturelle) Verständigung an der Seeblick-Grundschule eine wichtige Rolle. Geschichten können Brücken bauen – und laut Sötje Peter, Sozialarbeiterin vor Ort, gibt es innerhalb der Klasse eine große persönliche Bandbreite. Die Schule möchte durch die Zusammenarbeit mit uns neue Erfahrungsräume öffnen. Es wäre das erste Projekt dieser Art an der Schule.