Scardovelli, Simone

ICH BIN MENSCH – DU BIST NATUR

Mit Schüler:innen der Schule „Schulcampus Fritz Reuter“ in direkter Nähe zum Biosphärenreservats Schaalsee möchte ich die menschliche Wahrnehmung von Natur erforschen und künstlerisch erlebbar machen.
Der Workshop verbindet Naturerfahrung, Kunstgeschichte und eigene kreative Prozesse innerhalb
eines offenen, prozesshaften Lernfeldes.

Die Auseinandersetzung mit der Natur gehört zu den ältesten und zentralsten Themen der Kunst.
Je nach Epoche, Weltbild und persönlicher Haltung verändert sich der Blick auf die Natur und ihre
Darstellung.
Der Blick des Künstlers in die Natur ist immer auch ein Blick auf den Menschen selbst –
auf seine Gefühle, seine Wahrnehmung, seine Mythen und seine Stellung im Universum.

Ausgehend von möglichen Fragen wie
Wer bin ich – was ist Natur?
Was macht Natur mit mir?
Was machen wir Menschen mit der Natur?
Wie ist es, nahe eines Biosphärenreservats zu leben?
Wie stelle ich Natur dar – und mit welchen Techniken und Materialien?
Wie stelle ich meine Gefühle, meine Verbindung zur Natur dar – mit welchen Techniken und Materialien?
entwickeln die Schüler:innen ihre eigenen bildnerischen Antworten.

Zur Anregung und als Verortung stelle ich Beispiele aus der Kunstgeschichte vor –
u. a. Arcimboldo, Caspar David Friedrich, Claude Monet, Max Ernst, Frida Kahlo,
Anselm Kiefer , etc. …
Dabei werden die dazugehörigen Kunstströmungen wie u. a. Romantik, Impressionismus, Surrealismus, Symbolismus oder Land Art verständlich und altersgerecht angerissen.
Die Beispiele dienen als Impulse, ohne die Schüler:innen in ihrer eigenen Bildsprache zu beeinflussen.

Im Mittelpunkt des Projekts steht das eigene schöpferische Tun.
Gemeinsam gehen wir in die Natur – in das oder an den Rand des Biosphärenreservats – und arbeiten
direkt vor Ort:
– Zeichnen und Malen in der Landschaft
– Fotografische Beobachtungen
– Gestaltung vergänglicher Natur-Objekte und Land-Art-Elemente, die dokumentiert werden
– Sammeln visueller Eindrücke als Grundlage für weitere künstlerische Arbeiten

Je nach Altersstufe und Gruppe biete ich verschiedene Techniken an, erkläre sie und
begleite die individuelle Umsetzung.
Mögliche Verfahren sind:
– Malen mit Acrylfarben
– Zeichnen mit Tusche
– Holzschnitt und andere einfache Drucktechniken wie Monotypie
– Frottage
– Zeichnen und Fotografieren mit dem eigenen Handy*
(*digitale Technik nur in Verbindung oder im Wechsel mit mindestens einer analogen Technik)

Der Workshop ist bewusst prozesshaft angelegt. Die Schüler:innen sollen Natur nicht nur beobachten, sondern erleben, fühlen, begreifen – und all dies in ein eigenes künstlerisches Ausdrucksmedium übersetzen.
Das gemeinsame Tun fördert Wahrnehmung, Kreativität, Achtsamkeit, Teamarbeit und Selbstwirksamkeit.

Am Ende entsteht gemeinsam mit den Teilnehmenden eine Präsentation der Arbeiten,
die den Prozess sichtbar macht und Außenstehenden einen neuen, ungewohnten Blick auf
die Verbindung von Mensch und Natur eröffnet.
Die jungen Künstler:innen erfahren so, dass ihre Wahrnehmung und ihr gestalterisches Tun
eine Wirkung nach außen haben und Teil eines größeren künstlerischen Dialogs sind.

Anmerkung:
Zur Zeit leite ich eine Kunst AG für die 5.und 6. Klassen am Fritz-Reuter Campus. Der Kurs umfasst ca. 25 Schüler:innen, aus denen sich bestimmt Teilnehmende finden werden. Dennoch habe ich in Absprache mit dem Schulleiter Herrn Möller das Spektrum der Klassenstufen von 5 bis 9 bewusst erhöht.

Schulcampus „Fritz Reuter“

Regionale Schule mit Grundschule | Zarrentin

Zum Schulcampus 1, 19246 Zarrentin